IT setzt Innovationspotenziale frei

Modernste IT-Anwendungen sind auf per-Use-Basis auch für kleine Unternehmen erschwinglich. Das ist die Chance, mit Innovationen und auf neuen Märkten zu punkten.

Während sich in den letzten Jahrzehnten nur Unternehmen mit großen finanziellen Ressourcen modernste IT-Anwendungen und -Hardware leisten konnten, können kleine und aufstrebende Unternehmen nun nachziehen. Dank Nutzungsmodellen wie der Cloud oder as-a-service-Lösungen, können sie die gleichen Systeme und die gleiche Software beziehen wie die größeren Wettbewerber. Kurz: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können Dienstleistungen nutzen, die es ihnen ermöglichen, auf einem Level Playing Field zu konkurrieren. Wendige Start-ups können sich schnell am Markt behaupten oder sich sogar direkt an die Spitze katapultieren. So hat Aerohive Networks, ein Start-up, das WLAN-und Routing-Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen anbietet, mit Hilfe der Cloud eine IT-Infrastruktur aufgebaut, die mit dem Unternehmen flexibel wachsen kann.

Es ist also nicht länger die verfügbare Technologie, die den Ausschlag für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens gibt. Es geht in Zeiten der digitalen Transformation vielmehr um die Art und Weise, wie Organisationen die Möglichkeiten nutzen, die ihnen neue IT-Services bieten. Denn Unternehmen können exakt die Dienstleistungen, die sie benötigen, hinzukaufen – mit minimaler Anfangsinvestition, ohne Risiko und ohne langfristige Vertragsbindung. Die Option, Kapazitäten beinahe von Null auf 100 hochzufahren und genauso schnell zu reduzieren, macht beispielsweise Handelsunternehmen schneller, agiler und wettbewerbsfähiger. Indem Unternehmen ihre Produkte sowohl in Bezug auf Preis als auch bezüglich ihrer Features leichter konsumierbar machen, können sie ganz neue Märkte erschließen und zusätzliche Einnahmequellen generieren.

Neue Zielgruppen im B2B-Bereich

Thermo Fisher, Hersteller von Software-Anwendungen für Forschungslabore, etwa hat sich mit dem Angebot eines Cloud-basierten Software-as-a-Service-Modells einen ganz neuen Markt erschlossen. Da das Unternehmen seine Lösungen nun auch auf einer Pay-per-Use-Basis anbieten kann, sind diese auch für Forschungslabore erschwinglich, die keine großen Budgets für das Labor-Set-up und den Kauf traditioneller IT-Produkte aufbringen können. Thermo Fisher bietet seine Dienstleistungen nun gezielt dieser Zielgruppe an und konnte sogar Teams mit befristeten Forschungsprojekten als Kunden gewinnen – vorher war das für beide Seiten schlicht nicht rentabel.

Moderne IT-Dienstleistungen tragen daneben maßgeblich zur Sicherung der Innovationsfähigkeit und der Verkürzung von Produktentwicklungszyklen bei. Traditionell mussten Unternehmen große personelle, zeitliche und vor allem finanzielle Ressourcen aufwenden, um Test-, Entwicklungs- und Qualitätssicherungsumgebungen zu betreiben. Umgebungen, die nach Abschluss der Projekte brach lagen. Heute können Unternehmen einfach die Leistungen von einem Cloud-Anbieter einkaufen, die sie für ein paar Tage zum Testen und Entwickeln benötigen und diese Testumgebung abschalten, wenn sie nicht mehr gebraucht wird.

Innovationsschub im B2C-Sektor

Der Wechsel zu einem IT-Modell mit nutzungsbasierter Abrechnung kann Innovationpotenziale freisetzen – ohne großes Risiko. Die Investition in neue Projekte endete früher zu häufig in einer escalation of commitment; statt sich das Scheitern einer Idee einzugestehen, wurde weiter Geld investiert, um vorangegangene Investitionen zu rechtfertigen. Heute müssen Unternehmen “schlechtem” Geld kein “gutes” mehr hinterherwerfen. Weil Entwicklungen dank neuer IT-Dienstleistungen schneller und günstiger durchgeführt werden können als noch vor einigen Jahren, ist Scheitern erlaubt. Das sorgt gleichzeitig dafür, dass die Entscheider ihre Risikoscheu, die Innovationsansätze oftmals schon im Keim erstickte, ablegen. Aufgrund der niedrigen Investitionssummen können Projekte schließlich problemlos angepasst oder sogar eingestellt werden, wenn sie misslingen. Wenn sie dagegen erfolgreich sind, können sie genauso schnell ausgeweitet werden.

Vor dem Umstieg steht die Planung

Aber Achtung: Dafür, dass die Vorzüge neuer Bezugsmodelle zum Tragen kommen, gibt es keine Gewährleistung. Wenn Unternehmen ihre gesamte IT-Infrastruktur ohne passendes Verbrauchsmodell 1:1 in eine Cloud-Lösung übertragen, kann das am Ende sogar teurer werden als der Unterhalt eines eigenen Rechenzentrums. Ziel muss immer sein, die vorhandene IT-Struktur sukzessive zu ersetzen oder sinnvoll zu ergänzen. Unternehmen sollten immer im Hinterkopf behalten, dass es möglicherweise nötig werden könnte, sich auch aus einem verbrauchsabhängigen Vertrag zurückzuziehen. Sie sollten deshalb von vorne herein klären, wie und ob es möglich ist, etwa alle Daten aus der Cloud zurück zu transferieren und auf dem Server des Providers zu löschen.

Bedenken auch im Hinblick auf die Sicherheit der Daten sind grundsätzlich gerechtfertigt. Rechtliche Fragen, wie etwa bezüglich der zugrunde liegenden Sicherheitsvorkehrungen und der nach Datenhoheit, müssen bei der Nutzung von IT-Services immer bedacht werden. Die damit verbundenen Ängste dürfen allerdings nicht zum Hemmschuh bei der Entwicklung eines Unternehmens und dem Ausschöpfen der Innovationspotenziale werden. Die digitale Transformation ist eine Entwicklung, die für Unternehmen so wirkungsvoll sein wird wie die Entstehung und die Nutzung des Internets. CIOs sollten diese Evolution aber im Hinblick auf die Arbeitsbelastungen und die Anforderungen der verschiedenen Betriebsbereiche schon jetzt bestmöglich vorantreiben. Ihre Aufgabe ist es etwa, Unternehmensdaten zu bewerten und zu klassifizieren. Sie müssen den Umfang der Services, die benötigt werden, identifizieren und klar definieren, wo neue IT-Anwendungen tatsächlich monetären und fachlichen Nutzen bringen.

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Author: Andre Kiehne

Director Solution Sales, Microsoft Germany GmbH

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